Von Brücken, Bänken und Mathe(n)…

Hallo, liebe Leute,

es dauert nicht mehr lang, dann beginne ich mein erstes Semester Architekturstudium an der htw saar in Saarbrücken. Es sind noch ziemlich genau vier Wochen und dann geht es los.

Als Vorbereitung auf das Studium bietet die htw saar so genannte Brückenkurse an, in denen man seine Schulkenntnisse in Fächern wie Englisch und Mathematik noch einmal aufzufrischen, für den Fall, dass es im Studium nochmal gefragt sein sollte. Da mein Abi ja nun doch schon eine Weile zurückliegt, habe ich mich für diese Brückenkurse angemeldet.

Wie sich herausstellte, habe ich das Einstiegsniveau in Englisch bereits erreicht, weswegen ich quasi automatisch aus dem Brückenkurs ausgeschieden bin, nach dem Motto: „Andere habe es nötiger!“ In Mathe sah das Ganze allerdings etwas anders aus…

Am Montag gab es erstmal ein Treffen, wo allgemeine Sachen geklärt wurden. Und als das dann vom Tisch war durften wir erstmal alle eine „Lernstandabfrage“ schreiben – sprich: einen mehr oder weniger kleinen Mathe-Test, um herauszufinden, auf welchem Stand wir sind und somit die Kurse besser einteilen zu können.

Teilweise fielen mir die Aufgaben ganz leicht – sowas wie Bruch- oder Prozentrechnung, Maßeinheiten umrechnen und dergleichen. Allerdings konnte ich trotzdem nur ein knappes Drittel des Tests wirklich bearbeiten, weil ich schlicht und einfach vergessen hatte, wie ich was berechnen muss. Nicht, dass ich nicht gewusst hätte, was ich machen muss – ich wusste einfach nicht mehr wie.

Oh Gott, die Formel für den Flächeninhalt eines gleichschenkligen Dreiecks?… Quadratische Gleichung, das macht man mit der p-q-Formel, aber wie geht die denn noch gleich?… Wie zum Deppert funktioniert das denn nochmal mit Ungleichungen?… Umkehrfunktion?… Fragezeichen über Fragezeichen über Fragezeichen…

Aber! Sei’s drum – deswegen habe ich mich ja für den Brückenkurs angemeldet. Und jetzt stehe ich jeden Morgen um halb 7 auf, um um halb 8 eine gute halbe Stunde die zwei Kilometer zum Campus Alt-Saarbrücken zu watscheln und dort von 8.15 Uhr bis 12.30 Uhr (also gut 4 Stunden lang!) Mathe zu büffeln. Gemeinsam mit anderen Architektur- und Bauingenieur-Studenten!

Der Kurs ist ganz okay – die „Lehrerin“ ist eine Studentin in Bauingenieurswesen im 6. Semester, die das wohl schon eine Weile macht. Sie macht ihren Job ganz vernünftig, wenn man bedenkt, dass sie gerade mal zwei Jahre älter ist als ich und nett ist sie auch.

Von den anderen Kursteilnehmern kenne ich (noch) niemanden, aber dafür kennt man sich untereinander und ist gegenüber „Fremden“ dementsprechend verschlossen. Einerseits haben wir ja noch ein paar Wochen, um uns kennen zu lernen, andererseits ist das aber vielleicht auch gar nicht nötig, weil ich die Bauingenieure vermutlich eh nie wiedersehe und ich für die Architekten auch noch die nächsten drei Jahre Zeit haben werde – vorausgesetzt das Studium ist das Richtige für mich.

Jedenfalls nudeln wir in den Kursen sämtliche Themen der Mathematik durch, von Bruchrechnung über Potenzen und Wurzeln über Gleichungen und so weiter und so fort… Ich muss feststellen: Außer dass mein Hirn vielleicht einen Ticken langsamer funktioniert, hat sich seit damals nicht viel verändert. Ich denke immer noch genauso kompliziert um tausend Ecken und lasse mich immer noch so schnell ins Bockshorn jagen. Mitten in der Rechnung komme ich nicht mehr weiter und denke ich bin fertig, obwohl die Aufgabe noch unvollständig ist. Alleine komme ich zwar auf den richtigen Rechenweg, aber den weiteren Vorgang verstehe ich erst, wenn die Aufgabe besprochen wird. Gerade in den letzten Tagen frage ich mich immer wieder: „Wieso zum Geier hattest du Mathe als Leistungskurs?“ Nicht, dass ich grottenschlecht wäre, aber ich bin eher der solide Durchschnittsmensch, was Mathe angeht.

Ich hoffe jedenfalls, dass ich in diesem Brückenkurs wieder einigermaßen in die ganze Rechnerei reinkomme und somit eine solide Grundlage für’s Studium schaffen kann. Drücken wir also die nächsten vier Wochen wieder die Schulbänke, um Brücken zu längst vergessenen Welten zu bauen und hoffen, dass wir dabei nicht mit der Nase voraus auf die Mat(h)te fallen.

Liebe Grüße,

Eure Steffie

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