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Die Zeit rennt

Hallöle, ihr Lieben,

diese kleine Geschichte ist das Ergebnis einer kleinen Schreibübung. Ich hoffe, sie gefällt euch! ^^

Die Zeit rennt

Ich wachte auf, als ein leichter Sonnenstrahl meine Nase kitzelte. Mit zugekniffenen Augen blinzelte ich ihm entgegen und erkannte, dass es draußen schon hell war. Schwerfällig drehte ich mich zu meinem Wecker, um die Uhrzeit abzulesen. Was!?? Schon elf Uhr??? So ein Mist, ich hatte verschlafen!

Hastig strampelte ich die Bettdecke von mir, schnappte mir wahllos irgendwelche Klamotten aus meinem Kleiderschrank und verschwand im Badezimmer.

Frisch geduscht, angekleidet und leidlich hergerichtet stürmte ich wieder aus dem Bad heraus. Ein erneuter Blick auf meinem Wecker verriet mir: 11:15 Uhr. Still nickte ich mir selbst zu. Wenn ich mich beeile, könnte ich es noch schaffen. Zum Glück war der Laden nahezu direkt ums Eck‘. Ich wollte mir doch unbedingt noch die Sachen für das Studium kaufen. Doch der einzige Laden, der diese Sachen hatte, musste natürlich diese klassischen Öffnungszeiten am Freitag haben – 8 bis 11.30 Uhr, nachmittags geschlossen.

Meinen Geldbeutel, die Haustürschlüssel und eine Einkaufstasche packend, huschte ich aus der Eingangstüre meiner Wohnung. Ich sprintete den Weg zum Laden und kam ziemlich aus der Puste dort an. Hechelnd trat ich durch die Türe. Das Windspiel, welches an ebendieser befestigt war, kündigte meine Anwesenheit an. Frau Grundel, eine schon etwas betagtere Dame und die Besitzerin des Ladens, schaute mich besorgt an. „Kind, wieso bist du denn so gehetzt? Du siehst ja aus, als wäre der Teufel hinter dir her.“ Immer noch schnaufend schüttelte ich den Kopf. „Nein,… eigentlich… wollte ich… nur schnell… noch ein paar… Sachen besorgen…, ehe Sie… den Laden schließen.“, antwortete ich stoßweise. Sie blickte mich überrascht an. „Aber da hättest du dich doch nicht beeilen müssen. Ich mach doch erst in einer Stunde Schluss.“ Sie deutete aus die Wanduhr hinter ihr. 10.30 Uhr. „Hast du etwa vergessen, deine Uhren umzustellen?“, fragte sie mich. Ich sah sie mit einem überraschten Blick an, der dann einem Grinsen wisch und zeitgleich begannen wir beide, herzhaft und laut zu lachen. Ich hatte doch tatsächlich die Zeitumstellung vergessen und mir so von meinem Wecker einen Streich spielen lassen.

Nachdem wir uns beide wieder gefangen hatten, erledigte ich in aller Ruhe meine Einkäufe. Ich zahlte, wünschte Frau Grundel noch einen schönen Tag und trat dann hinaus auf den Bürgersteig. Ich hielt kurz inne und dachte nach. Was für ein Glück, dass heute kein Prüfungstag war. Die Proffesoren setzten die Prüfungen nämlich mit Vorliebe zu dieser Tageszeit an. Lächelnd schüttelte ich den Kopf und machte mich dann, mit voller Einkaufstasche und gut gelaunt, auf den Nachhauseweg. Unnötig zu erwähnen, dass ich dort angekommen, sofort alle Uhren neu stellte.